Führungsteam UIP: Steffen Hipp, Matthias Graf © UIP

Bisher haben immer mehr Anbieter eher ihre Emissionstätigkeit eingestellt und sich auf die Verwaltung der Investmentvermögen konzentriert. Umso mehr belebt es den Markt der Sachwerte, wenn ein neues Haus mit neuen Ideen durchstarten. Wir sprachen mit den Gründern der United Investment Partners Unternehmensgruppe (UIP).

Herr Hipp, im Markt wird ihr Mut bewundert, als neuer Asset-Manager in der heutigen Zeit ein reguliertes AIF auf den Markt zu bringen. Wo sind ihre Wurzeln, dass Sie diesen Schritt wagen?

Ich bin sehr bodenständig in einem kleinen schwäbischen Dorf mit rund 800 Einwohnern aufgewachsen. Nach meiner Jugend bin ich den Fußspuren meines Vaters gefolgt, welcher damals Vertriebsleiter bei Bosch war.

Nach 10 Jahren Betriebszugehörigkeit und ausreichender theoretischer Weiterbildung im Finanzwesen, die ich mir parallel in meiner Freizeit aneignete, kündigte ich meinen Arbeitsvertrag bei Bosch, um meiner Leidenschaft den Investments mehr Platz zu geben.

Schon damals hatte mich die Fondsbranche fasziniert und so wechselte ich in die Schweiz zu einem etablierten Hedgefonds im Bereich des Hochfrequenzhandels. Als Portfoliomanager durfte ich einen Award in Portugal entgegennehmen und stieg sehr schnell in die Geschäftsleitung als COO (Chief Operating Officer) auf. In damaliger Funktion hatte ich Fonds in Singapur und Cayman Islands betreut sowie einen UCITS IV Wertpapierfonds in Luxemburg aufgelegt.

Durch Gespräche mit unseren vermögenden Investoren wurde ich auf den Bereich der Immobilien aufmerksam. Denn diese sagten mir, dass sie entweder ihr Vermögen durch Immobilien erworben haben oder wenn sie ein Vermögen auf andere Weise erworben hatten, dann einen großen Teil ihres Vermögens in Immobilien investiert haben. Heute weiß ich, dass rund 95% der Vermögenden und Superreichen Investments in Immobilien besitzen. Nachdem wir unser Hedgefonds- Unternehmen an der Frankfurter Börse gelistet hatten, war es für mich an der Zeit mich dem Thema Immobilien näher zu widmen.

Nach ersten eigenen Renovierungs- und Umbaumaßnahmen in meiner eigenen Immobilie inklusive vermieteter Einliegerwohnung bin ich 2015 zu einem börsengelisteten Projektentwickler zuerst in Zug (Schweiz) später in den neu aufgebauten Hauptstandort in Düsseldorf gewechselt, der sich auf den Bereich der Mikroapartments spezialisiert hat. Hier habe ich die Bereiche des An- und Verkaufs von Immobilienobjekten, die Finanzierung derselben sowie für ein Objekt mit geplanten 237 Mikroapartments in Bonn die Bauprojektleitung übernommen. Diese Tätigkeiten verhelfen mir selbst heute noch über einen sehr guten Marktzugang in der Beschaffung neuer Immobilienobjekte durch mein starkes Netzwerk zu verfügen. Während meiner Tätigkeit beim Projektentwickler ergab sich die Gelegenheit, dass die UIP Group sich an einem Immobilienstraßenzug mit geplanten 264 Mikroapartments in Düsseldorf mit einer sechsstelligen Summe beteiligen konnte. An diesen Objekten ist die UIP Group auch heute noch beteiligt.

Meine Tätigkeit beim Projektentwickler kündigte ich, um einen eigenen geschlossenen Fonds mit Spezialisierung auf profitable Mikroapartment- Investments aufzulegen. Mein Ziel ist es Anlegern einen Marktzugang zu einer Investmentwelt zu ermöglichen, die Ihnen normalerweise verschlossen bleibt und nur sehr vermögenden Personen und institutionellen Anlegern vorbehalten ist.

Ich kann von mir heute überzeugt sagen „Ich liebe und lebe Investments“ – und im heutigen Nullzinsumfeld sogar mehr denn je, denn meiner Meinung nach werden die klassischen deutschen Sparer, die ihre Gelder am liebsten in Papiergeldwerten verwahren, in diesem Null- und zukünftig Negativzinsumfeld die zukünftigen Verlierer sein und die Sachwertinvestoren die zukünftigen Gewinner. Ich kann jedem Anleger nur wärmstens ans Herz legen, sich mit dem Thema Sachwertanlagen näher zu beschäftigen. Denn eines Tages wird es zu spät sein, um damit anzufangen. Ich kann diesen Anlegern die Tür zeigen, so dass sie langfristig nicht zu den Verlierern gehören werden und ihren Lebensstandard im Gegensatz zu vielen andern Bürgern nicht einschränken müssen, doch durchgehen müssen sie selbst.

Wie sieht das Immobilien-Investitions-Konzept konkret aus, mit dem Sie die Anleger überzeugen wollen?

Wir haben bei der Fondskonzeption darauf geachtet starke und langjährig erfahrene Partner in unser Team zu holen. Als Verwahrstelle konnten wir beispielsweise den Marktführer Caceis für uns gewinnen. Als Service- KVG haben wir die Adrealis aus Hamburg an unserer Seite, die sich auf den Bereich der Sachwertanlagen spezialisiert hat. Die Funktion der kontoführenden Bank übernimmt für den Fonds die größte deutsche Sparkasse- die Hamburger Sparkasse. Auch im Bereich der Projektentwicklung werden wir einen langjährigen erfahrenen und auf den Bereich der Mikroapartments spezialisierten deutschen Projektentwicklungspartner an unserer Seite haben. Aktuell sind wir in den letzten Zügen der Gespräche, bevor wir in Kürze eine strategische Partnerschaft offiziell verkünden dürfen.

Die Investition erfolgt typischerweise durch einen Ankauf von leerstehenden Bestands- Büroimmobilien unter Marktwert in den Top7- Metropolregionen Deutschlands (Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und München) bzw. in größeren Universitäts- und FH- Städten. Nach einer durch das zuständige Bauamt bewilligten Umnutzung in Wohnraum- konkret Mikroapartments- wird das gesamte Gebäude mittels Renovationen bis hin zu Kernsanierungen umgebaut. Nach Fertigstellung wird das Gebäude vollmöbliert, bei Bedarf vollvermietet und danach entweder im Portfolio mit weiteren Immobilienobjekten oder als Einzelobjekt veräußert. Käufer sind hierfür beispielsweise andere Immobilienfonds, die sich auf die reine Vermietung von Immobilien spezialisiert haben. Ebenso Unternehmen, die das Aufteilergeschäft mit dem Verkauf der einzelnen fertiggestellten Mikroapartments an Kapitalanleger oder Selbstnutzer betreiben bis hin zu vereinzelten sehr vermögenden Privatpersonen.

Herr Graf, sie sind für den Vertrieb zuständig. Sie haben sich mit einem Platzierungsvolumen von 100 Millionen Euro ein hohes Ziel gesteckt. Über welche Kanäle soll der AIF platziert werden?

Wir sehen dieses Ziel als Newcomer zwar als ambitioniert, jedoch in dem uns zur Verfügung stehenden Platzierungszeitraums für absolut realisierbar. Wenn wir die Anlagesumme beispielhaft auf 1.000 Vertriebspartner inkl. aller Vertriebe und deren Vertriebspartner aufteilen, werden nur 100.000 Euro Anlagevolumen pro Vertriebspartner benötigt, um die 100 Millionen Euro zu platzieren. Die Platzierung selbst wird über mehrere Vertriebskanäle parallel erfolgen. Diese reichen von größeren Maklerpools, Haftungsdächern und digitalen Fondsplattformen bis hin zu mittleren und kleineren unabhängigen Finanzanlagenvertrieben. Selbst mit einigen Banken und Finanzdienstleistungsunternehmen sind wir aktuell in Gesprächen. Durch die zusätzliche Nutzung der Social-Media-Kanäle wird sich unser Bekanntheitsgrad steigern, und dadurch werden unsere Vertriebspartner besser unterstützt.

Sie setzen bei der KVG auf die Adrealis aus Hamburg. Warum haben Sie sich für ein Service-KVG entschieden.

Nachdem das KAGB 2013- meiner Meinung nach zu Recht- eingeführt wurde, um die damaligen Fehlentwicklungen in der Fondsbranche in Zukunft zu vermeiden, war für mich klar, dass ich einen erfahrenen Partner benötige, der sich auf den Bereich der Fondsemissionen für Sachwertanlagen spezialisiert hat. Diesen Partner habe ich mit der Adrealis gefunden.

Wo sehen Sie die United Investment Partners in fünf Jahren?

Wir sehen uns als etablierten Player in der Fondsbranche mit Spezialisierung auf profitable Mikroapartments in den deutschen Top7- Metropolregionen sowie in den größeren deutschen Universitäts- und FH- Standorten.

Wir wünschen viel Erfolg und bedanken uns für das Gespräch. Das Gespräch führte Edmund Pelikan.