Pullach im Isartal, 19. Februar 2018 ( Marktkommentar von Hagen Ernst, stellvertretender Leiter des Bereichs Research & Portfoliomanagement bei der DJE Kapital AG ): Experten prognostizieren schon seit geraumer Zeit immer wieder eine Blase am Markt für deutsche Wohnimmobilien. Die Bundesbank warnt zudem regelmäßig vor einer Überhitzung im Immobiliensektor. Gerade in Großstädten sei das Kaufpreisniveau um bis zu 30 Prozent zu hoch. Auch im letzten Jahr sind die Preise wieder angestiegen. Wohnungsknappheit und das anhaltend niedrige Zinsniveau sind hierfür die Hauptreiber.

Immobilienpreise steigen weiter Besonders groß ist derzeit die Wohnungsknappheit in Frankfurt – die sich durch Zuzug aufgrund des Brexits möglicherweise noch einmal verschärfen könnte. Aber auch in Berlin zeigt sich ein rasanter Anstieg des Zuzugs, wohingegen die Mietpreise im Verhältnis zu anderen Großstädten noch als moderat zu bezeichnen sind. Dementsprechend war hier der Anstieg der Kaufpreise am größten. Laut IMX (Immobilienindex von ImmoScout für die Entwicklung der Angebotskaufpreise) stiegen die Kaufpreise für Bestandsimmobilien 2017 um 13,4 Prozent in Frankfurt bzw. um 20,5 Prozent in Berlin. In München sind die Kaufpreise je nach Lage mit mittlerweile über 6.000 Euro pro Quadratmeter für Bestandsimmobilien am höchsten innerhalb Deutschlands. Die Mietrenditen sind hier hingegen bundesweit am niedrigsten.

Innerhalb der letzten zehn Jahre haben sich die Kaufpreise in München zwar mehr als verdoppelt, jedoch sind sie zuvor auch jahrelang nicht gestiegen. Im internationalen Vergleich sind sie mit Blick auf das Verhältnis der Mietkosten zum Einkommen jedoch nicht überhöht. Darüber hinaus liegt die Mietrendite immer noch im Schnitt bei 3 Prozent und ist somit deutlich höher als aktuelle Finanzierungskosten auf 10 Jahre von ca. 1,5 Prozent. In manch anderen Metropolen wie etwa New York sieht es ganz anders aus. Die Mietrenditen sind dort mittlerweile deutlich niedriger als die Zinskosten. Das ist eher besorgniserregend und spricht für eine Blasenbildung.

Quelle: DJE Kapital AG