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Frankfurt, 23.01.2019 – Im zweiten Halbjahr 2018 lag das Wachstum der angebotenen Mietpreise in den acht von JLL untersuchten Städten gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr im Mittel bei 6,5 Prozent und damit über dem Fünf-Jahresschnitt von 5,3 Prozent. Die Spanne reicht dabei von 4,1 Prozent in Düsseldorf bis 8,1 Prozent in Berlin. Seit 2013 haben sich die Mieten über alle Städte hinweg um etwa 30 Prozent erhöht.

Erneut beschleunigt hat sich das Wachstum der angebotenen Kaufpreise, im Schnitt auf 9,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 8,5 Prozent sind es jährlich im Fünf-Jahresmittel. Zweitstellig wuchsen die Kaufpreise für Eigentumswohnungen in Frankfurt (11,2 %), Berlin (16,1 %) und Leipzig (19,9 %). Die niedrigsten Wachstumsraten wurden in Düsseldorf (3,0 %) und Köln (2,9 %) erzielt.

„Wurden 2017 und zu Beginn des Jahres 2018 beim Mietpreiswachstum in allen von JLL untersuchten Städten langjährige Tiefstände erreicht, so ist das Niveau aktuell auf breiter Front wieder angestiegen und liegt in fast allen Städten oberhalb des fünfjährigen Mittels der jährlichen Wachstumsraten“, so Roman Heidrich, Senior Team Leader Residential Valuation Advisory JLL Berlin. Und weiter: „Die Gründe für die weiter steigendenden Mietpreise sind vielfältiger Art: Das Angebot von neuen Mietwohnungen wächst nur sehr langsam, auch wenn die Zahl der Baugenehmigungen Hoffnung auf steigende Fertigstellungen macht. Gleichzeitig hält der Zuzug in den Städten weiter an. Darüber hinaus werden, statt Geld und Energie in die Schaffung von Mietwohnraum zu stecken, Vorschriften für Bauherren verschärft, Anteile von gefördertem Wohnraum erhöht und insbesondere in Berlin viel Geld für die Ausübung von Vorkaufsrechten gesteckt.“ Insbesondere das Spitzenmietsegment könne auf ein hohes Wachstum verweisen, während bei den unteren Mietpreisklassen das Wachstum unterdurchschnittlich war.

Sebastian Grimm, Senior Team Leader Residential Valuation Advisory JLL Frankfurt, ergänzt: „In den deutschen Top-Städten ist die Zahl der Haushalte seit 2013 um etwa 3,6 Prozent gestiegen, der Wohnungsbestand hingegen um lediglich 2,9 Prozent. In vielen Städten wird nicht einmal das eigene kommunale Ziel für Wohnungsfertigstellungen erreicht. Zusammen mit einem über viele Jahre angewachsenen Nachfrageüberhang wirkt sich das verknappte Angebot auch auf die Preise für Eigentumswohnungen aus.“ Anders aber als im Mietwohnungsmarkt sind auf dem Eigentumswohnungsmarkt die stärksten Preisschübe nicht im Spitzensegment, sondern maßgeblich in den untersten Kaufpreisklassen zu beobachten. „Nur in diesem Segment ist für viele Käufer offensichtlich noch die Finanzierbarkeit gegeben und (noch) sind sie bereit, trotz steigender Kaufpreise, aktiv zu werden. Durch die stark gestiegenen Kaufpreise in zentralen Lagen werden nun vermehrt Randlagen und damit preiswertere Standorte ins Auge gefasst werden. Durch diese räumliche Ausdehnung der Nachfrage erfahren diese tendenziell eher preiswerteren Lagen jetzt auch einen Preisschub. Aber auch der Mangel an Investmentalternativen, zum Beispiel auf dem Anleihenmarkt und in letzter Zeit auch auf den volatilen Aktienmärkten, treibt viele Investoren in den Wohneigentumsmarkt“, ergänzt Grimm.

Quelle: JLL (Pressemitteilung vom 23.01.2019)