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Erst hat vor vier Jahren keiner ernsthaft geglaubt, dass Donald Trump die Wahl zum US-Präsidenten gewinnen kann. Dann hatten ihm nach dem Wahlsieg politische Beobachter keine zwei Jahre im Amt gegeben. Nun ist die erste Legislaturperiode fast vorbei und man muss sagen, dass dieser Präsident sein Land, die Welt und den Politikstil nachhaltig verändert hat: Narzistischer Populismus, dokumentierbare Lügen und politische Willkür sind salonfähig geworden – exemplarisch sei hier nur Trumps eigene Steuererklärung genannt.

In seinem Fahrwasser hat die Politik der alternativen Fakten in England, Brasilien und der Türkei entweder Einzug gehalten oder ist ausgebaut worden. Ein Politikbeobachter wurde vor kurzen mit den Worten zitiert: „Deutschland hat eine Wissenschaftlerin als Kanzlerin, die USA einen Idioten!“

Bei so viel Kritik an Trump muss man aber auch die Sehnsucht der Amerikaner und vor allem der Wirtschaft nach einer starken USA sehen. Der 45. Präsident stellt sich mit seinem „America first“ gegen die fortschreitende wirtschaftliche Expansion und Einflussnahme Chinas in der Welt. Aber auch die Kritik an Europa, sich hinter der militärischen Stärke Amerikas zu verstecken, ist nicht von der Hand zu weisen. Nicht wenige Unternehmer fürchten eine sozialliberale Politik von Joe Biden und suchen doch vielmehr einen Typ ihresgleichen, den sie in Trump vermeindlich finden.

Trotzdem: Wenn man das erste Fernsehduell zwischen Trump und Biden verfolgt hat, wird einem Angst und Bange vor einer zweiten Amtszeit von Donald Trump. Die unverhohlene Drohung, bei einer Niederlage den rechtsradikalen Mob loszulassen und die Aussage, eine knappe Wahlniederlage nicht zu akzeptieren, kann auch einer US-Wirtschaft – überdies in Corona-Zeiten – nicht guttun.
Das wiederum zeigt aber (hoffentlich auch dem Letzten) deutlich: Trump geht es primär immer nur um Trump und nicht um Amerika.

Ein Kommentar von Edmund Pelikan